Wettkämpfe und Leistungsbewerbe
der Freiwillige Feuerwehr Kainach

Wettkämpfe und Leistungsbewerbe der Freiwilligen Feuerwehr Kainach.

von EHBI Bruno Schwab - Mitglied der FF Kainach seit 1959


Feuerweschwab bhren waren von jeher gefordert, in Übungen die Leistungsfähigkeit der Mitglieder zu fördern und zu forcieren. In der Feuerwehr Kainach wurden nach dem Krieg besonders Steigerübungen durchgeführt. Diese Übungen mussten nach vorgegebenen Regeln durchgeführt werden. Die einzelnen Steigergruppen haben sich schon damals richtige Wettkämpfe geliefert.

 

Bis zum Jahr 1967 wurde in den Feuerwehren mit Gruppen 1:6 gearbeitet und auch Leistungsbewerbe durchgeführt. Nachdem ich im Jahr 1968 den Gruppenkommandantenumschulungskurs auf 1:8 in der Landesfeuerwehrschule in Graz besuchte, hatte ich die Idee, beim Landesfeuerwehrleistungsbewerb 1968 in Leoben mit einer Gruppe teilzunehmen. Schnell fanden sich 8 weitere begeisterte Feuerwehrmänner und so konnten die Übungen am Sportplatz südlich des Friedhofes beginnen. Aller Anfang war natürlich schwer. Wir holten auch Ratschläge beim damaligen Fachmann im Bezirk, Herrn Josef Strini, ein. Die anfängliche Begeisterung wurde durch die zahlreich notwendigen Übungen des Öfteren getrübt und mir wuchsen bereits die ersten weißen Haare. Am Bewerbstag vor der Abfahrt haben wir noch fleißig geübt, um nicht allzu schlecht abzuschneiden. Doch wie so oft bewiesen, hatte sich die Mühe gelohnt. Wir waren nach dem Landesleistungsbewerb 1968 in Leoben mit 62 sec. fehlerfreier Angriffszeit und 60 sec. Laufzeit überglücklich über den 16. Platz. Die Laufzeit war eine der Besten in diesem Bewerb. Das Leistungsabzeichen in Bronze erhielten Bruno Schwab, Blühwald Karl, Marcher Willibald, Patz Werner, Reinisch Helmut, Brückler Karl, Scherz Helmut, Hermann Christian und Neukam August. Übernachtet haben wir in der Oberlandhalle. Natürlich haben wir auch zu dieser Zeit schon zünftig gefeiert.

 

1974 nahmen wir neuerlich einen Anlauf um mit einer neuen Gruppe beim Landesleistungsbewerb in Bad Mitterndorf anzutreten, um das Leistungsabzeichen in Bronze zu erwerben.

1976 gruppe

 Schwab Bruno, Pignitter Bernd, Reinisch Helmut, Schmid Karl, Plattner Willfried, Scherz Erich, Scherz Hermann, Sauer Robert, Götschmaier Manfred, Plattner Anton.

Nach sehr intensiver Übungsarbeit trat diese Gruppe am 9.6.1974 in Bad Mitterndorf um das Leistungsabzeichen in Bronze an und erreichte mit 374 Punkten den beachtlichen 21. Rang. Durch die intensive Übungsarbeit waren wir eine eingeschworene Truppe, die auch eine vergessene Uniform nicht aus der Ruhe bringen konnte.
Zu dieser Zeit hatten wir auch schon einen kleinen Fan Club, der auch nach Bad Mitterndorf nachkam. Da durch die Wehrführung Unterstützung vorhanden war, hat uns dieses gute Abschneiden beim Landesleistungsbewerb beflügelt und wir fuhren schon am 3.8.1974 zu einem Pokalturnier nach Ehrenhausen und traten dort in Bronze und in Silber an. Wir erreichten in Bronze und in Silber den 5. Rang. Für Laien muss erwähnt werden, dass für den Bronzebewerb jeder Mann einen vorgegebenen Posten in der Gruppe einnimmt. Beim Bewerb in Silber wird jeder Posten knapp vor Beginn des Bewerbes ausgelost. Jedes Gruppenmitglied muss jeden Posten beherrschen. Die Posten teilen sich auf in Gruppenkommandant, Maschinist, Melder, Angriffstruppführer, Angriffstruppmann, Wassertruppführer, Wassertruppmann, Schlauchtruppführer, Schlauchtruppmann. Die Gruppe muss nach genauen Regeln einen Trockenangriff durchführen und muss auch eine gewisse Punkteanzahl erreichen. Jede nicht erfüllte Regel oder jeder Fehler wird mit Schlechtpunkten von einem Bewerterteam geahndet. Auch die Angriffszeit und Staffellaufzeit wird in die Berechnung miteinbezogen. Durch das intensive Üben und den guten Zusammenhalt konnten wir in Köflach beim Bezirkspokalturnier am 31.8.1974 in der Klasse Silber A schon einen 1. Platz feiern. In Bronze Klasse A erreichten wir den 2. Platz.
Durch diesen Bezirkserfolg war natürlich Blut geleckt worden. Auch beim Staffellauf konnten wir feststellen, dass wir zu den besten Gruppen in der Steiermark zählten.

 

1975 ging es am 7.6. nach Kraubath. Dort erreichten wir in Bronze A den 7. Platz und in Silber A den 5. Platz. In Kraubath lernten wir auch die Wettkampfgruppe aus Breitenau-Ort kennen. Am 14.6.1975 fuhren wir nach Liezen zum Pokalturnier. Dort konnten wir bereits außerhalb des Bezirkes den ersten Sieg in der Klasse Silber A feiern. In Bronze A erreichten wir den 6. Rang. Es war ein schönes Gefühl, vom damaligen Landesfeuerwehrkommandanten Brugger den Siegespokal in Empfang zu nehmen.
In der Kainacher Wehr war natürlich ein Wettkampffieber zu verzeichnen. Wir brauchten auch Ersatzmänner, um bei den Übungen immer komplett zu sein. Auch bei Pokalturnieren musste eingesprungen werden. Als Ersatzmänner stellten sich Karl Mayer, Plattner Wilfried und Scherz Johann I zur Verfügung. Beim Landesleistungsbewerb in Graz am 22.6.1975 erreichten wir in der Klasse Bronze A den 43. Rang und in der Klasse Silber A den 11. Rang. Alle Gruppenmitglieder erhielten bei diesem Bewerb das Leistungsabzeichen in Silber. Wir stellten auch bei diesem Landesbewerb im Staffellauf die Laufbestzeit. Beim Pokalturnier in Bärnbach am 17.8.1975 mussten wir zur Kenntnis nehmen, das Sieg und Niederlage eng beieinander liegen. In der Klasse Bronze A erreichten wir den Sieg. In der Klasse Silber A erreichten wir nicht einmal die 300 Sollpunkte. Am 23.8.1975 fuhren wir zum Pokalturnier nach St. Stefan im Rosental. Dort erreichten wir mit 391 Punkten nur den 4. Platz in Bronze A. Mit dieser Punkteanzahl wäre man beim Landesleistungsbewerb fast in den Pokalrängen gelegen. In Silber A belegten wir den 7. Platz.

Im Jahr 1975 erreichte unsere Wehr beim Bezirksfunkwettbewerb den 4. Rang. Durch die enge Freundschaft mit der Wettkampfsgruppe aus Breitenau-Ort veranstalteten wir in diesem Jahr auch ein Fußballturnier mit 16 Mannschaften. Die Breitenauer haben sich in Kainach sehr wohl gefühlt. Von dieser Gruppe erhielten wir auch den Tipp für die Durchführung des ersten Fetzenmarktes in Kainach. Die Besuche der Pokalturniere waren natürlich mit Kosten verbunden. Durch die Fetzenmärkte konnte eine Einnahmequelle erschlossen werden. Die Gruppe hielt zusammen und nach fleißigen Übungen im Frühjahr 1976 konnten wir am 23.5. in Mooskirchen in Bronze und Silber Siege vor zahlreichen Schlachtenbummlern feiern. In Bischoffeld in der Obersteiermark erreichten wir am 29. Mai in Bronze den 9. Platz und in Silber den 4. Platz.
Schon am nächsten Tag ging es nach St. Andrä im Sausal, wo wir in Silber wieder einen Sieg feiern konnten. Am 12. Juni 1976 fuhren wir nach Neudau an der burgenländischen Grenze. Auch dort erreichten wir in Silber den 1. Platz und in Bronze den 5. Platz. Durch die Beteiligung an vielen Turnieren lernten wir natürlich viele Wettkampfgruppen näher kennen. Auch alle Bewerter kannten uns und wir kannten sie. So habe ich in Neudau bei der Siegesfeier bei der dortigen Blasmusik mitgewirkt und die große Trommel geschlagen. Der Hauptbewerter ABI Kaspar hat die kleine Trommel geschlagen.
Unseren größten Erfolg bei Landesleistungsbewerben erreichten wir am 2. und 3. Juli 1976 in Feldbach. In der Klasse Silber A wurden wir mit 381 Punkten fünfter. In Bronze A erreichten wir den 41. Platz. Wir kristallisierten uns als erfolgreiche reine Silbergruppe heraus. Bei Landesleistungsbewerben war es üblich, dass wir zwei Tage blieben und im Zelt übernachteten.

 

Im Jahr 1976 wurden aber auch weitere sportliche Wettkämpfe von unserer Feuerwehr bestritten. Tauziehen in Ligist, Bärnbach und Köflach. Auch das erste Zeltfest wurde von der Feuerwehr Kainach veranstaltet. Anlässlich dieses Zeltfestes wurde von uns ein Pokal-Nasswettbewerb am Sportplatz durchgeführt.
In Afling erreichte die Mannschaft der FF Kainach beim Fußballturnier den 1. Platz. Auch in Kainach wurde ein Fußballturnier organisiert. Im Jahr 1977 beteiligten wir uns beim Pokalturnier in Feiting und erreichten in Bronze A den 1. Platz und in Silber A den 2. Platz. Auch in die Oststeiermark ging es nach Penzendorf. Dort erreichten wir beim Pokalturnier in Bronze und Silber je den 5. Platz.
Bei einem Feuerwehrfußballturnier in Maria Lankowitz erreichte unsere Mannschaft den 5. Platz. Erfolgreicher waren die Kainacher beim Feuerwehrfußballturnier in Södingberg, wo ein Sieg gefeiert werden konnte. Unsere Wehr beteiligte sich auch beim Landesfunkwettbewerb in Stubenberg.
Beim Landesfeuerwehrleistungsbewerb am 2. und 3. Juli 1977 in Krieglach traten wir mit 2 Leistungsgruppen an. Das Feuerwehrleistungszeichen in Bronze erreichten: Goger Johann, Rudres Fritz, Talker Oskar und Reinisch Herbert deren Gruppe den 38. Platz belegten. Die altbewährte Gruppe trat in Silber an und schaffte die Qualifizierung für den Bundesleistungsbewerb 1978 mit dem 8. Platz.
Beim Bewerb müssen zu den Gruppen die Anmeldeformulare mit den Feuerwehrpässen vorgelegt werden. In meiner Aufregung vor jeden Bewerb vergaß ich damals die Anmeldeformulare für die zweite Gruppe im Feuerwehrauto, das wir im Ortszentrum abgestellt hatten. Durch die Dringlichkeit eignete ich mir ein Fahrrad an und holte die Formulare. Zum Glück bemerkte der Besitzer nichts vom unbefugten ausleihen des Fahrrades.

 

Das Jahr 1978 sollte ein besonderes Jahr der Leistungsgruppe werden. Tatsache war aber, dass viele Mitglieder mit der Gründung einer Familie beschäftigt waren und nicht mehr die viele Zeit für die Übungen aufbringen konnten. Die Leistungen bei Turnieren waren dennoch beachtlich. Beim Pokalturnier in St. Marein bei Graz erreichten wir in Bronze A den 4. Platz und in Silber A den 2. Platz. In Waldbach in der Oststeiermark belegten wir in Bronze den 6. Platz und in Silber den 5. Platz. Sehr gut ging es beim Heimturnier in Bärnbach. In Bronze konnten wir den Sieg erringen und in Silber erreichten wir den 3. Platz. Höhepunkt der Vorbereitungen für den Bundesbewerb war natürlich die Teilnahme am Landesleistungsbewerb in Fürstenfeld. Den 12. Platz errangen wir in Bronze und in Silber war es leider nur der 35. Platz.
Alles Augenmerk richteten wir anschließend auf die Teilnahme beim Bundesleistungsbewerb in Wiener Neustadt.

1978 gruppe

Bundesleistungsbewerb in Wiener Neustadt 1978

Die besten 220 Gruppen aus ganz Österreich maßen sich im fairen Wettkampf. Obwohl wir nur den 67. Platz erreichten, konnten wir stolz sein, zu den besten Wettkampfgruppen von ganz Österreich gezählt worden zu sein. Im Jahr 1978 haben wir im Rahmen unseres Zeltfestes auch einen Orientierungsmarsch abgehalten, wo zahlreiche Gruppen teilnahmen. Beim Bezirksfußballturnier in Södingberg erreichte unsere Mannschaft wieder den 1. Rang. Im Jahr 1978 beteiligte sich eine Gruppe beim Landesfunkwettbewerb in Leoben. Die Gruppe erreichte den 3. Platz und erhielt das Funkleistungsabzeichen in Bronze.

 

1979 wurde es ein bisschen ruhiger. Feuerwehrschirennen wurden beschickt. Beim Nasswettbewerb in Afling erreichten wir den 1. Rang. In der Feuerwehr war auch der Trend zu Orientierungsmärschen stark vorhanden. Auch unsere Feuerwehr nahm mit 2 Gruppen in Veitsch teil und erreichte den 3. und 4. Platz. Beim Orientierungsmarsch in St. Johann bei Herberstein waren die Bewerbsleiter sehr erstaunt, weil bei 2 Gruppen 5 Teilnehmer den Namen Scherz trugen. Die 2 Gruppen erreichten den 8. und 23. Platz. Bei einem Bezirksfußballturnier erreichte unsere Fußballmannschaft den 4. Platz. In den darauf folgenden Jahren waren die meisten Mitglieder der Leistungsgruppe mit der Gründung von Familie und Hausbau beschäftigt. 1981 nahm unsere Feuerwehr an zwei Fußballturnieren teil. Beim Orientierungslauf in Graden erreichten die teilnehmenden Gruppen den 1. und den 3. Rang. 1982 war es dann wieder soweit, dass sich eine Leistungsgruppe aus jungen Feuerwehrmännern zusammentat. Beim Leistungsbewerb in Zeltweg erreichte die Gruppe das Leistungsabzeichen in Bronze.

1978 gruppe

Rudres Günter, Ulz Hannes, Dreyer Ernst, Scherz Adolf, Plattner Gottfried, Sauer Kurt, Scherz Karl, Scherz Werner

Schon beim Pokalturnier in Piber gab es in Silber und in Bronze einen 1. Platz. Auch beim Bezirksfußballturnier in Voitsberg errang unsere Mannschaft den Sieg. Der Orientierungsmarsch im Steirischen St. Andrä-Höch brachte unserer Gruppe den 13. Platz.

1983 veranstalteten wir in Kainach ein Bezirkspokalturnier zahlreiche Gruppen aus der Steiermark beteiligten sich daran. Beim Landesleistungsbewerb in Köflach gelang es wieder mit 2 Gruppen anzutreten. Beide Gruppen erreichten das Leistungsabzeichen. Dieser Landesleistungsbewerb war der letzte an dem ich aktiv teilnahm. Auch bei einem Orientierungsmarsch in Graden war unsere Wehr dabei.

1984 erreichte unsere Feuerwehr bei einem Nasswettbewerb in Afling den 2. Platz. Längere Zeit war bei Teilnahme an Leistungsbewerben Pause. Im Jahr 1995 nahm beim Landesleistungsbewerb in Voitsberg die Kainacher Feuerwehr wieder teil und die Gruppe erreichte das Leistungsabzeichen in Bronze. Anschließend möchte ich noch einige Gedanken zum Ausdruck bringen. Die Teilnahme an Wettbewerben bringt für eine Feuerwehr einen großen Aufschwung. Mannschaftswettbewerbe fördern den Kameradschaftssinn, fördern die körperliche Fitness und fördern auch das Selbstbewusstsein einer Feuerwehr. Die Teilnehmer müssen durch das Training auf vieles verzichten. Auch die Frauen oder Freundinnen, die ganze Familie sind Mitbetroffene. Zahlreiche Pokale haben wir nach Hause gebracht. Auf viele Erlebnisse kann man zurückblicken. In unserer Wettkampfzeit haben wir auch viele gleichgesinnte Freunde kennen gelernt. Die Gruppen aus Falkenstein, Groß-Felgitsch, Hadersdorf, Breitenau usw. waren für uns ein Begriff. Aber auch die Kainacher Gruppe war in der Steiermark ein Begriff. Besonders im Staffellauf konnte uns in der ganzen Steiermark niemand das Handtuch reichen. Wir waren immer bei den Schnellsten. Man kann aber die Zeit nicht zurückholen. Deshalb ist immer wieder die Jugend gefordert, solche Wege einzuschlagen, um auch weiter Erfolge für unsere Feuerwehr zu erringen.

 

Im 100. Gründerjahr nahm  abermals eine Wettkampfgruppe der FF Kainach beim Landesleistungsbewerb in Bärnbach teil. Hier waren wir besonders stolz, den 3. Platz beim Staffellauf belegt zu haben.

2001 gruppe

Achim Sokol, Joachim Götschmaier, Pignitter Gert, Martin Scherz, Hannes Raudner, Wolfgang Scherz, Werner Scherz

 

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